Barcelona und Antoni Gaudi gehören untrennbar zueinander. Kein anderer, hat mit seiner architektonisch individuellen Bauweise, der Stadt einen solch besonderen Charme, ein Charisma verliehen, dass Seinesgleichen sucht.

Antoni Gaudi wurde, als Sohn eines Kupferschmiedes, am 25.6. 1852, in Reus (Katalonien) geboren. Zwischen 1873 und 1878 besuchte er die Architekturschule. Er galt als kein besonders guter Student. Nachdem er das Studium beendet hatte, bekam er seinen ersten Auftrag, den Entwurf von Straßenlaternen. Anschließend wurde ihm die Planung einer Arbeitersiedlung und einer Fabrik angetragen. Das Projekt kam jedoch nicht zustande.

Die Fertigstellung von Casa Vicens (1883 -1888) jedoch, machte ihn schließlich als Bauherrn bekannt. Durch die Freundschaft und Unterstützung von Eusebi Güell einem reichen Industriellen, folgte eine überaus fruchtbare Zeit, in der er die Güell Pavillons, den Güell Palau und heute überaus beliebte Güell Park konstruierte. Hinzu kamen 1904 der Umbau des Casa Batlo, und 1906 die Erbauung des Casa Mila.

Sein imposantester Bau, ist jedoch die Sagrada Familia, die „Sühnekirche der heiligen Familie.“ Die Arbeiten begannen im Jahre 1882 unter del Villar. Nach Streitigkeiten übernahm Gaudi 1883 die Leitung. Er konstruierte, gestaltete und baute nach seinen Vorstellungen. Ab 1914 lebte er für einige Zeit in einer der Werkstätten der Basilika. Die letzten Jahre von Gaudi, waren von der Arbeit an der Sagrada Familia bestimmt.

Das Leben eines großen Architekten endete tragisch, als er von einer Straßebahn angefahren wurde. Noch lebend wurde er in ein Armenhaus gebracht. Drei Tage später fand ihn ein Freund. Am selben Tag, dem 8.Juni 1926 starb Gaudi an seinen Verletzungen. Er wurde in der Krypta der Sagrada Familia beerdigt. 1910 sprach der Papst die Kathedrale heilig im Sinne einer „Basilica minor“. Noch immer, ist sie eingekreist von Baukränen – sie wird auch „die Unvollendete“ genannt.

Gaudi baute im Sinne des spanischen „Modernismo“. Ein Stil, der stark an den Jugendstil angelehnt war. Gekennzeichnet von Rundungen, Bögen, Türmen, eingesetzte Mosaiken, verstanden sich die Arbeiten Gaudis als Großes Ganzes, als Kunstwerk für alle Sinne. Als kleiner Junge beobachtete Gaudi die Natur. Das Rheuma, unter dem er litt, schränkte ihn ein. Zugleich machte es ihn wachsam für die Formen und Farben des Lebens.

Eine große Liebe zur Natur entwickelte sich in den Kindheitsjahren. In seinem späteren Schaffen, in seinen Bauwerken, sind die ungeraden Linien, die Formen, ein Spiegel der Natur. Stets hatte er viele Kritiker. Zu seltsam, waren die verspielten, fantasiefreudigen Arbeiten des Architekten. Heute jedoch, pilgern Scharen von Touristen gen Sagrada Familia, den Park Güell oder den von Gaudi konstruierten Häusern. Er wird bewundert und verehrt. Es wurde sogar über eine Seligsprechung nachgedacht.