Malerisch gelegen zwischen dem Mittelmeer und den Pyrenäen liegt Katalonien. Durch diese priviliegerte Lage ist Katalonien enorm abwechslungsreich und bietet für Reiselustige ein ideales Gebiet für Erkundungstouren, Wanderungen und Entspannung, doch nicht nur das: Katalonien glänzt dazu mit einer überragenden Geschichte.

Katalonien – beim Barcelona-Besuch immer einen Ausflug wert

Gerona - Kathedrale Santa Maria © Petair - Fotolia.comWieso überragend? Nun, Funde belegen, dass Katalonien bereits vor über 20.000 Jahren von Menschen besiedelt wurde, welche vermutlich über die Meerenge von Gibraltar ausgehend von den Nordafrikanischen Berberstämmen eingewandert sind. Aus diesen – zumindest so der aktuelle Stand der Forschung – stammen auch die Iberianer ab. Diese verfügten bereits überKenntnisse der Eisenverarbeitung- und veredelung und hatten ein hervorrangedes soziales Gefüge. Die Iberianer waren sehr friedlich und so ist es nicht verwunderlich, dass auch in Katalonien damit die Fußspuren der Griechen und Phönizier zu finden sind. Durch den langanhaltenen Frieden konnten prunkvolle Gebäude errichtet werden, welche bis in die heutige Zeit zu besichtigen sind (Beispiel: Ullastret in der Provinz Girona). Doch Reichtum bleibt nie ewig unbemerkt und so kam es, dass letztlich auch das römische Imperium Interesse an der iberischen Halbinsel bekam und damit auch an Katalonien. Doch damit nicht genug – auch der berühmte kathargische Feldherr Hanibal ließ nicht lange auf sich warten und rang über 17 Jahre mit den Römern um die Vorherrschaft. Letztlich lehrt die Historie, dass die Geschichte von den Siegern geschrieben wird und so ist es nicht verwunderlich, dass die bekanntesten Städte Kataloniens von den Römern gegründet sind, Tarragona, Barcelona, Gerunda und die zum Unesco Welterbe gehörende Stadt Tarragona (Provinz Tarragona) – von den Römern zu einem bedeutenden Stützpunkt erheben und dadurch mit Reichtum gesegnet – mit ihren eindrucksvollen historischen Lehrpfaden um die imposanten römischen Gebäude.

Doch auch diese Herrschaft wart nicht ewig. Das römische Imperium fiel und öffnete damit Tür und Tor anderen Besatzern. Germanen, Vandalen und Goten stritten um das Land zwischen Gebirge und Meer so sehr, dass schließlich die Mauren innerhalb kürzester Zeit die iberische Halbinsel besetzten, diesen folgten die Franken die erstmalig die „Spanische Mark“ ausriefen. Mit ihr und einigen Verbandelungen innerhalb der Königshäuser kehrte Ruhe ein und mit ihr der Wohlstand auch in Katalonien Aufschwung halten, war schließlich nun ein autonomer Seehandel möglich. Auch hier war Katalonien wieder gebeutelt, von Kastillien erobert, welches zuvor durch den Handel mit Amerika zu Wohlstand und Macht geraten war, drohte die Katalonische Kultur, die sich über alle Besatzer in Form von Sprache, Gebräuchen und Riten erhalten hatte zu verschwinden. Die Sprache wurde verboten, die Rechte, welche Katalonien von den Königshäusern erhalten hatte und damit einen autonomen Sonderstatus in der Regierung eingenommen hatte, entzogen. Erst ab 1778 durfte Katalonien uneingeschränkt Handel mit Amerika treiben und fand zu neuem Reichtum, der sich in der Entwicklung des Archithekturstils der Modernisme, welche auch ausschließlich in Katalonien zu finden ist.

Es ist also nicht verwunderlich, dass Katalonien, welches immer wieder durch Aufstände – zuletzt unter General Franco – gepeinigt wurde, gewisse Unterschiede zu Spanien aufweist, welche zusätzlich zu der atemberaubenden Natur und den hohen Bergen mit über 3000 Metern über Null Katalonien eine Reise zu wertvoll werden lässt. Die Unterschiede sind überall zu finden. Gesprochen wird Katalan, welche zu den romanischen Sprachen gehört. Sie hat sich trotz der vielen Fremdeinflüsse behauptet und wird auch heute noch von allen einheimischen Generationen bevorzugt genutzt. Viele Lehrkräfte unterrichten auf Katalan um dieses Kulturgut auch jungen Menschen beizubringen. Durch die vielen Kriege und Unruhen hat sich zudem ein großer Zusammenhalt innerhalb der Bevölkerung gebildet.

Viele Einheimischen sehen sich als Staat im Staat, fordern sogar eine formale Unabhängigkeit, da sie die Zugeständnisse wie ein Sonderstatus innerhalb der spanischen Regierung als unzureichend empfinden. Katalonien zählt durch die Lage zwischen Frankreich, der Meerenge von Gibraltar und damit auch der offenen See zu einem wirtschaftlich Starken Gebiet, dass zu dem viele Touristen anlockt – im Gegensatz zu vielen anderen Teilen Spaniens, welche von Gewäuchshäusern, Monokulturen und Versalzung der Böden gekennzeichnet ist.

Selbstveständlich gibt es wie in jeder Region – vergleichbar mit den Unterschieden zwischen den deutschen Bundesländern – eine besondere Küche, besondere Tänze und eine eigene Mentalität. Diese ist jedoch unmöglich zu beschreiben und sollte am Besten selbst bei einem Besuch in dieesr historisch faszinierenden Gegend erlebt werden.

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