Wer alle Sehenswürdigkeiten Barcelonas sehen möchte, sollte sich mindestens 5-7 Tage Zeit nehmen und selbst dann ist man unter Umständen noch in Zeitnot. Unbedingt empfehlenswert gerade für Freunde der Geschichte Barcelonas ist unter den Sehenswürdigkeiten der Stadt das Castell auf dem Montjuic, einem Berg direkt bei der Stadt.

Die Historie des Castell de Montjuic

Das Castell de Montjuic wurde Mitte des 16. Jahrhunderts in einer Rekordzeit von nur einem Monat anlässlich eines Aufstands der Bevölkerung gegen den damaligen König Felipe IV erbaut. Um weitere Aufstände zu verhindern wählte man den strategisch besonders günstigen Berg Montjuic als Platz für die neue Festung.
Zu Zeiten des Spanischen Erbfolgekriegs zu Beginn des 17. Jahrhunderts war die Festung hart umkämpft und wechselte innerhalb kurzer Zeit mehrfach ihren Besitzer.
1751-1799 erfuhr die Anlage dann eine komplette Umgestaltung auf, um mehr Platz zu schaffen. Die alte Festungsanlage wurde hierfür zerstört.
Mit dem Beginn des 19. Jahrhundert began schließlich ein unrühmliches Kapitel in der Geschichte des Castell de Montjuic. Gegner und Demonstranten des jeweils herrschenden Regimes, vermeindliche Attentäter gegen den König wie Francesc Ferrer di Guardia, Begründer der spanischen „Modernen Schule“ wurden zu Zeiten des eher lokal bekannten Canadenca-Konflikt (Beginn des 19. Jahrhunderts) und zu Zeiten des Bürgerkriegs und des sich anschließenden Franco-Regimes (ab 1939) in dem Castell hingerichtet. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts setzte sich die Nutzung des Castellls als Gefängnis zu militärischen Zwecken durch, bis es in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts zum Anlass der Olympischen Spiele für die Öffentlichkeit geöffnet wurde. Erst seit wenigen Jahren befindet sich das Castell de Montjuic nun in Stadtbesitz.

Anfahrt, Eintrittspreise & co.

Besonders schön startet ein Ausflug zum Castell de Montjuic gerade bei schönem Wetter mit der Seilbahn. Wer Bewegung vorzieht, kann es jedoch, zum Beispiel von der Placa de Espania aus, auch zu Fuß erreichen. In diesem Fall empfiehlt sich auch ein Gang durch den Parc de Montjuic. Wer noch länger auf dem Berg bleiben möchte, kann sich beispielsweise zum hier errichteten Olympiazentrum begeben, in dem 1992 die Olympischen Spiele erstmals in Spanien stattfanden. In jedem Fall Zeit nehmen sollte man sich für die Aussicht vom Castell auf die Dächer Barcelonas.

Eine Besichtigung des Castell de Montjuic gehört sicher zu den günstigeren Unternehmungen während eines Barcelona-Trips. Höchstens 3 Euro muss man für den Eintritt in das in einigen Teilen des Castells untergebrachte Militärmuseum rechnen, während weite Teile des Castells sogar frei zugänglich sind und keinerlei Eintritt kosten. Wer die Stadt mit der Barcelona-Card erkundet, erhält auch im Castell de Montjuic vergünstigte Konditionen.

Einer der Hauptattraktionen des dortigen Museums ist eine Statue Francos, der die Gefängnistradition des Castells entscheidend prägte. Neben dem Museum finden sich hier auch regelmäßig Wanderausstellungen oder es werden Seminare oder Tagungen abgehalten.