Mit diesem Bauwerk, welches im Stadtteil Eixample von Barcelonas steht, verkörpert Gaudi die St. Georgs-Legende. Mit Beginn der Industriealisierung, zirka 1850, begann Barcelona sich als Stadt auszudehnen. Die Ausdehnung der Stadt wurde notwendig, um Wohn und Arbeitsraum für die damals schnell wachsende Bevölkerung zu schaffen. Da es damals zu dieser Zeit schon Autos auf Barcelonas Straßen zu sehen gab, wurden die Kreuzungen breit ausgebaut. Außerdem wurden die Blocks an den Ecken der Kreuzungen zwecks besserer Übersichtlichkeit an den Ecken abgeschrägt. Mit dem Casa Batlló, welches im Anfangs beschriebenen Stadtteil Eixample liegt, wurde der Drachen der St. Georg-Legende durch Gaudi dargestellt. Wie der Rücken eines Untiers ist das Dach des Casa Batlló geformt. Zusätzlich ist das Dach mit großen und glänzenden Schuppen versehen. Das Dach besteht aus Keramikziegeln und glasierten Kacheln, die auf doppelten Mansarden ruhen. Die dahinter befindlichen plastischen Lüftungsschächte und Schornsteine vermitteln den Eindruck von Wächtern, die das Haus bewachen. Die in den Fensteröffnungen befindlichen Säulen kann man als Darstellungen von Knochen definieren.

Das damals schon bestehende Gebäude wurde 1904 – 1906 umgebaut. Der Auftrag zum Umbau erfolgte durch einen Industriellen Namens Josep Batlló. Die Handschrift Gaudis ist besonders im unteren Teil des Gebäudes zu erkennen. Bei der Gestaltung des Gebäudes orientierte sich Gaudi stark an der Natur. Die Formen und Gestaltungen im ersten Stock des Gebäudes vermitteln dem Besucher das Vorhandensein von Pflanzen und Höhlen. Gaudi gestaltete die Formen als organisch und sehr geschwungen. Der Besucher bekommt den Eindruck vermittelt, dass die Kamine auf dem Dach als Schornsteine dienen könnten. Ein Trugschluss, denn hier befindet sich ein ausgeklüngeltes Belüftungssystem welches im Sommer das Haus schön kühl hält. Im Jahre 2005 wurde das Haus Casa Batlló in das Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen.