Kathedrale von BarcelonaIn Barri Gòtic, dem Gotischen Viertel, nahm die Stadt Barcelona als römische Siedlung Barcino ihren Anfang. Hier liegt der Pla de la Seu, an dem am Wochenende katalanische Tänze aufgeführt werden. Beherrscht wird der Platz von der prachtvollen gotischen Kathedrale, sie ist der Mittelpunkt des Stadtteils mit vielen verwinkelten Gassen, Sehenswürdigkeiten und Museen. La Catedral de la Santa Creu i Santa Eulàlia, so ihr genauer Name, ist die Metropolitankirche des Erzbistums Barcelona. Das Kircheninnere wirkt besonders eindrucksvoll im Abendlicht und die Fassade bei nächtlicher Beleuchtung. Zu der Kirche gehört außerdem ein Kreuzgang.

Kathedrale der Märtyrerin Eulàlia
Auf dem Fundament eines römischen Tempels stand bereits im sechsten Jahrhundert eine Kirche. Die romanische Basilika, 985 von den Mauren zerstört, wurde wieder aufgebaut und 1058 geweiht. 1228 begann der Bau der Kathedrale. Das Kirchenschiff wurde 1448, die imposante Fassade im Stil der Neugotik 1890 fertig. Entworfen haben sie August Font und Josep Oriol Mestres. Als Grundlage diente die Fassung von 1408, sie war von Charles Galters. Den Ecktürmen aus dem 15. Jahrhundert wurde 1906 noch ein mittlerer Turm hinzugefügt. Die Schutzpatronin Barcelonas, die heilige Eulàlia, gab der Kathedrale ihren Namen. Die in spätrömischer Zeit zu Tode gefolterte Märtyrerin hat ihr Grab unter dem Hochaltar, am 12. Februar wird ihrer gedacht. Von Pedro Villar und Bartolomé Ordóñez stammt das Hauptportal. Elemente der romanischen Basilika wurden im Portal de San Ivo eingearbeitet. Das Portal de Santa Eulalia wird geschmückt von der Statue der Märtyrerin.
Durch das Portal de la Pietat mit Statuen von Michael Lochner geht es zum Kreuzgang.

Der Kreuzgang
Der Kreuzgang umschließt einen Garten, in dessen Mitte ein Brunnen liegt. Hier gibt es auch Gänse, sie sollten früher durch Geschnatter vor Eindringlingen warnen. Eine Tür führt zur romanischen Kapelle der heiligen Lucia. Im angegliederten Museum wird eine kostbare Statue der heiligen Eulàlia sowie eine goldene Monstranz ausgestellt. Der „Sala Capitular“ ist mit schönen Deckenmalereien geschmückt.

Das Innere der Kirche
Die dreischiffige Kirche hat über ein Dutzend gotische und barocke Seitenkapellen, mehrere von ihnen sind um die Apsis gruppiert, die das Innere hell und weit erscheinen lassen. Hervorzuheben sind die Altäre des heiligen Martin und des heiligen Ambrosius. Links, in der Capella de les Ànimes del Purgatori, führt ein Aufzug zum Kirchendach. Das Gestühl des Chores von 1399 stammt aus Flandern von Pere Ça Anglada. In der Krypta aus dem Jahr 1329 liegen in einem Alabastersarkophag die Gebeine der heiligen Eulàlia.