Die gesellschaftliche und touristische Hauptschlagader von Barcelona ist die sogenannte „La Rambla“, die vom östlich gelegenen Hafen in das Herz der Millionenstadt führt. Würde man sich der Hauptstadt Katalaniens vom Meer aus nähern, erblicke man zuerst an der Placa Portal de la Pau, die gleichsam den Auftakt der la Rambla bildet, die imposante Säule des Christoph Kolumbus. Mit ausgebreiteten Armen schweift sein Blick auf die blauen Fluten des Mittelmeeres hinaus, als würde er alle Gäste auf das herzlichste begrüßen. Bereits vom Monument des weltberühmten Seefahrers erahnt man die pulsierenden Gefilde der wichtigsten Flaniermeile Barcelonas, die man in ihrer gesamten Länge von über 1,2 Kilometern mit allen Sinnen in sich aufnehmen sollte.

Turbulent und geschäftstüchtig wirkt sie an vielen Stellen, um andernorts verträumt und kulturgeschwängert zum Entspannen und Staunen einzuladen. Bevor man ihren offiziellen Endpunkt am Trinkbrunnen Font de Canaletes erreicht, durchstreift man die fünf Abschnitte jener Straße, die an Einmaligkeit kaum zu überbieten ist.

Links und rechts fließt der Individual- und Busverkehr und im Zentrum der Allee lustwandelt man auf einem breiten und alleinig den Fußgängern vorbehaltenen Boulevard. Im Abschnitt la Rambla de Sant Josep wartet auf den Besucher ein Meer aus Blumen und herrlich grünen Gewächsen.

Im Volksmund la Rambla de Flors genannt, reiht sich hier ein Blumenhändler an den nächsten und versucht durch seine farbenprächtigen Feilbietungen die Spaziergänger zum Kaufen zu verführen. Unzählige Zeitungskioske, Vogelhändler und Cafes säumen den Straßenverlauf und kreative Schausteller und Straßenmusikanten tragen zum unverwechselbaren Charakter der la Ramblas bei. Erobert man jene mit der Bereitschaft, das Lebensgefühl der dortigen Händler und Geschäftstreibenden zu inhalieren, wird man sich entrückt in eine andere Welt fühlen und den mediterranen Flair Katalaniens lebenslang in sich tragen.

In der Rambla dels Caputxins, die den geographischen Mittelpunkt der Gesamtstrecke bildet, trifft man auf eines der besten Opernhäuser der Welt. Täglich werden Besucher durch die Eingeweide des „Gran Teatre del Liceau“ geführt und erhalten einen Einblick in das schönste und größte Opernhaus Katalaniens.

Von hier aus sollte man einen kurzen Abstecher auf den Placa Reial, den königlichen Platz machen, der vom Teatre aus durch einen Quergang in östlicher Richtung, gleichsam wie durch eine Portal, zu erreichen ist. Von Gaudi gestaltete Straßenlaternen weisen den Besucher aber unweigerlich wieder zurück, um der la Rambla weiter Richtung Stadtzentrum zu folgen.

Auf der Rambla dels Estudis, die in früheren Zeiten zahlreiche Hochschulgebäude auf sich vereinte, weitet sich der Blick bereits zum Placa de Catalunya, an dessem Eingang sich der zuvor erwähnte Brunnen Font de Canaletes befindet. Wer einmal aus seinen trinkbaren Wässern gekostet hat, der soll, eine alte Legende will es so, immer wieder nach dem beeindruckenden Barcelona zurückkehren.